Ein persönlicher Rückblick auf einen unvergesslichen Wettkampf mit Morpheus – und den Weg zur FCI-Weltmeisterschaft.
Ein Traum wird Wirklichkeit
Einmal die Deutsche Meisterschaft aller Rassen zu gewinnen, war für mich immer ein großer Traum. Am vergangenen Wochenende ist dieser Traum in Petersaurach tatsächlich in Erfüllung gegangen.
Bei einer Deutschen Meisterschaft ist der Moment des Sieges allerdings etwas anders als in vielen anderen Sportarten. Die drei Disziplinen werden über mehrere Tage ausgetragen und die endgültige Platzierung steht oft erst fest, wenn nahezu alle Teams gestartet sind. Natürlich freut man sich über jede gelungene Leistung und jede gute Einzelwertung. Ob sie am Ende tatsächlich zum Gesamtsieg reicht, weiß man jedoch erst sehr spät im Wettkampf.
Als schließlich feststand, dass uns kein Team mehr überholen konnte, wurde aus vorsichtiger Hoffnung Gewissheit. Es fällt mir bis heute schwer, die richtigen Worte dafür zu finden. Vor allem empfinde ich große Dankbarkeit – für diesen besonderen Hund, für unsere gemeinsame Entwicklung und für all die Menschen, die uns auf unserem Weg begleitet und unterstützt haben.

Eine ganz besondere Meisterschaft
Die VDH Deutsche Meisterschaft gehört für mich zu den schönsten Hundesportveranstaltungen in Deutschland. Hier treffen die besten Teams aus den verschiedenen Rasseverbänden aufeinander. Unterschiedliche Gebrauchshunderassen, verschiedene Ausbildungswege und viele beeindruckende Leistungen machen den besonderen Reiz dieser Veranstaltung aus.
Schon die Qualifikation über das DMC-Championat war für mich ein großer Erfolg. Mit dem Gedanken, die Deutsche Meisterschaft tatsächlich zu gewinnen, bin ich jedoch nicht nach Petersaurach gefahren. Vielmehr war ich gespannt, wie Morpheus mit dieser großen Aufgabe umgehen würde.
Reicht die Erfahrung schon für diese große Bühne?
Morpheus ist gerade einmal vier Jahre alt und die VDH DM war erst seine zweite Prüfung in der IGP 3. Entsprechend schwer war es für mich einzuschätzen, ob er seine Trainingsleistungen auch unter den besonderen Bedingungen einer Deutschen Meisterschaft würde zeigen können.
Eine solche Veranstaltung bringt viele zusätzliche Herausforderungen mit sich: eine besondere Atmosphäre, viele Zuschauer, neue Abläufe und natürlich auch die eigene Anspannung als Hundeführer. In jeder Abteilung gab es daher Punkte, auf deren Entwicklung ich besonders gespannt war.
Die Fährte – der größte Respekt vor dem Wettkampf
Vor der Fährte hatte ich den größten Respekt. Das Gelände bestand aus Acker mit Strohresten und war durch die langen Hitzeperioden bereits sehr trocken. Entsprechend anspruchsvoll waren die Bedingungen für alle Teams.
Hinzu kamen Temperaturen von deutlich über 35 Grad. Teilweise hielt man es selbst nur wenige Minuten in der Sonne aus. Für alle Teilnehmer drehte sich vieles darum, die Hunde zwischen den einzelnen Disziplinen zu kühlen, sie im Hotel zur Ruhe kommen zu lassen und ihre Kräfte für den nächsten Start zu schonen.
Ich hatte für Samstag eine Fährte um 10 Uhr gelost. Im ersten Moment sah das angesichts der Wettervorhersage nicht nach einem idealen Los aus. Im Nachhinein stellte es sich jedoch als großes Glück heraus, denn genau an diesem Tag blieb es deutlich kühler als erwartet.
Für mich war entscheidend, ob Morpheus auf diesem anspruchsvollen Gelände konzentriert bleibt, selbstständig arbeitet und die Fährte ruhig bis zum Ende ausarbeitet. Dass ihm das so gut gelungen ist, hat mich besonders gefreut.
Unterordnung unter Wettkampfbedingungen
In der Unterordnung stellte sich für mich vor allem die Frage, ob Morpheus unter den Bedingungen einer Deutschen Meisterschaft das zeigen würde, was er im Training bereits kann.
Eine Deutsche Meisterschaft gewinnt man nicht mit spektakulären Einzelübungen. Entscheidend ist, dass der Hund unter Wettkampfbedingungen genau das zeigt, was er im Training gelernt hat. Genau das war unser Ziel.
Gerade bei einem jungen Hund ist das besonders spannend. Morpheus war zuvor noch nie auf einer Veranstaltung dieser Größenordnung gestartet. Umso mehr hat es mich gefreut zu sehen, wie konzentriert und zuverlässig er auch unter diesen Bedingungen gearbeitet hat.
Fortschritte im Schutzdienst
Im Schutzdienst lagen unsere Schwerpunkte in den vergangenen Monaten vor allem auf der Revierarbeit sowie der Stabilität in den Bewachungsphasen.
Auf der VDH DM zeigte sich, dass wir in beiden Bereichen einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht haben. Es war für mich ein besonders schöner Moment zu sehen, dass Morpheus genau die Dinge umsetzen konnte, an denen wir so intensiv gearbeitet hatten.
Für mich sind Wettkämpfe deshalb immer auch eine ehrliche Standortbestimmung. Sie zeigen, welche Trainingsideen bereits funktionieren und an welchen Stellen wir weiterarbeiten müssen.
Unsere Trainingsphilosophie
Viele der Fortschritte, die Morpheus in den vergangenen Monaten gemacht hat, beruhen nicht auf einzelnen Übungen, sondern auf einer systematischen Ausbildung mit vielen kleinen Schritten.
Wer langfristig erfolgreich sein möchte, braucht aus unserer Sicht keine Abkürzungen, sondern einen klaren Trainingsplan, Geduld und konsequentes Arbeiten.
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Ein Ergebnis, mit dem ich nicht gerechnet hatte
Am Ende reichten unsere Leistungen tatsächlich zum Sieg bei der VDH Deutschen Meisterschaft. Damit ist ein Traum in Erfüllung gegangen, den ich schon sehr lange hatte.
Natürlich macht mich dieses Ergebnis glücklich. Besonders stolz bin ich aber auf Morpheus und darauf, wie zuverlässig er seine Aufgaben an diesem Wochenende bewältigt hat.
Nicht alles ist perfekt und wir wissen genau, woran wir weiterarbeiten möchten. Genau darin liegt für mich der Reiz unseres Sports.
Respekt vor allen Teams
Mein herzlicher Glückwunsch und großer Respekt gelten allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die extreme Hitze machte die Bedingungen für Hunde und Hundeführer gleichermaßen anspruchsvoll.
Der Wettkampf blieb bis zum Schluss spannend. Genau diese sportliche Vielfalt und Fairness machen die VDH Deutsche Meisterschaft für mich zu einer ganz besonderen Veranstaltung.
Danke an alle, die uns begleitet haben
Ein riesiges Dankeschön geht an die vielen Schlachtenbummler und an alle, die uns vor Ort oder aus der Ferne unterstützt haben.
Danke für jedes Daumendrücken, jedes Mitfiebern, jede Nachricht und die vielen Glückwünsche, die uns während und nach der Veranstaltung erreicht haben.
Mein besonderer Dank gilt meinen Teamkollegen vom Team Heuwinkl und vom MTM, insbesondere Steffi Ollmann, Peter Scherk & Connie Scherk, Horst Knoche und Martin Lanzinger.
Mein größter Dank gilt meiner Frau Patricia. Sie begleitet unseren Weg von Anfang an, hinterfragt Trainingsideen, entwickelt neue Ansätze mit mir und trägt mit ihren Gedanken und ihrer Erfahrung einen großen Teil zur Ausbildung von Morpheus bei. Dieser Erfolg ist deshalb auch unser gemeinsamer Erfolg.
Gemeinsam zur FCI-Weltmeisterschaft
Durch unseren Sieg haben wir uns für die FCI-Weltmeisterschaft in Polen qualifiziert. Die Freude darüber ist riesig.
Für Morpheus wird diese Veranstaltung gleich mehrere neue Herausforderungen mit sich bringen: eine lange Anreise, mehrere Tage im Hotel, eine völlig neue Umgebung und die besondere Atmosphäre einer Weltmeisterschaft.
Gerade auf solchen Wettkämpfen lernt man das Wesen des eigenen Hundes oft noch einmal von einer ganz neuen Seite kennen. Man entdeckt Eigenschaften, die sich im normalen Trainingsalltag kaum zeigen. Genau das macht diese Veranstaltungen für mich so spannend.
Bis zur Weltmeisterschaft werden wir die Zeit nutzen, konzentriert weiterzuarbeiten und Morpheus Schritt für Schritt auf diese neue Aufgabe vorzubereiten.
Auf dem Weg zur FCI-Weltmeisterschaft
Der Sieg bei der Deutschen Meisterschaft ist für uns nicht das Ende der Reise, sondern der Beginn eines neuen Kapitels.
In den kommenden Wochen nehmen wir euch mit hinter die Kulissen unserer Vorbereitung – mit Einblicken ins Training, unseren Erfahrungen und den kleinen Details, die im Hundesport oft den Unterschied machen.
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