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Gebrauchshunde hautnah erleben: IQ Dogsport und die Polizei-Diensthundestaffel München auf der Dogs World 2026

Gebrauchshunde hautnah erleben: IQ Dogsport und die Polizei-Diensthundestaffel München auf der Dogs World 2026

Wie arbeitet ein Polizeihund? Was unterscheidet die Ausbildung eines Diensthundes vom Training im Gebrauchshundesport? Und welche Fähigkeiten müssen Hunde mitbringen, um auch unter schwierigen Bedingungen zuverlässig arbeiten zu können?

Auf der Dogs World 2026 in München konnten Besucher genau das erleben. Gemeinsam mit der Diensthundestaffel der Polizei München gestaltete der Verein K9andSports e.V. am 18. Oktober eine knapp einstündige Vorführung, die Einblicke in die Ausbildung von Sporthunden und Polizeihunden gab.

Mit dabei waren Dr. Florian Knabl und Patricia Knabl, die Gründer der Marke IQ Dogsport, sowie der dreifache IGP-Weltmeister Peter Scherk. Patricia Knabl führte durch das Programm und erklärte dem Publikum die Hintergründe der einzelnen Übungen.

Vom Hundesport bis zum Polizeidienst

Gebrauchshunde übernehmen zahlreiche Aufgaben. Sie suchen nach vermissten Menschen, spüren Drogen und Sprengstoff auf oder unterstützen Polizeibeamte bei gefährlichen Einsätzen.

Damit ein Hund diese Aufgaben bewältigen kann, braucht es mehr als eine gute Ausbildung. Arbeitswille, Ausdauer, Belastbarkeit und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit dem Menschen spielen eine entscheidende Rolle.

Viele dieser Eigenschaften werden auch im IGP Hundesport gefordert. Die Internationale Gebrauchshundeprüfung umfasst die drei Disziplinen Fährtenarbeit, Unterordnung und Schutzdienst. Dabei geht es nicht allein darum, bestimmte Übungen auszuführen. Entscheidend ist, wie konzentriert, motiviert und zuverlässig ein Hund mit seinem Hundeführer zusammenarbeitet.

Genau diese Gemeinsamkeiten zwischen Gebrauchshundesport und Diensthundearbeit standen im Mittelpunkt der Vorführung.

Unterordnung und Nasenarbeit mit Cafka

Den sportlichen Teil gestalteten Peter Scherk und Florian Knabl mit Cafka.

Zu Beginn zeigten sie verschiedene Elemente der Unterordnung. Präzise Fußarbeit, aufmerksames Verhalten und die zuverlässige Umsetzung von Kommandos machten deutlich, wie eng Hund und Hundeführer zusammenarbeiten können.

Dabei sollte das Publikum besonders auf die Arbeitsfreude achten. Denn gute Unterordnung bedeutet nicht, dass ein Hund seine Aufgaben lediglich ausführt. Er soll verstehen, was von ihm erwartet wird, und motiviert mitarbeiten.

Anschließend stand die Nasenarbeit im Mittelpunkt. Da eine klassische Fährtenarbeit in der Veranstaltungshalle nicht möglich war, wurde anhand einer Spielzeugsuche gezeigt, wie selbstständig und ausdauernd ein Hund seine Nase einsetzen kann.

Auch der Aufbau der Gegenstandsanzeige war Teil der Demonstration. Er verdeutlichte, wie sich gezieltes Suchverhalten trainieren lässt und welche Bedeutung eine eindeutige Anzeige beim Auffinden eines Gegenstandes hat.

Schutzdienst: Belastbarkeit und Kontrolle

Besonders aufmerksam verfolgten die Zuschauer den anschließenden Schutzdienst.

Cafka zeigte unter anderem das Stellen und Verbellen, den Rückentransport und eine kurze Schutzdienstsequenz mit Peter Scherk als Helfer.

Was für Außenstehende zunächst spektakulär aussieht, verlangt vom Hund ein hohes Maß an Selbstbeherrschung. Er muss entschlossen arbeiten, auf Veränderungen reagieren und gleichzeitig jederzeit durch seinen Hundeführer kontrollierbar bleiben.

Im IGP Schutzdienst arbeitet der Hund innerhalb eines festgelegten sportlichen Regelwerks. Der Schutzärmel dient dabei als Beute und Belohnung. Die polizeiliche Schutzhundeausbildung verfolgt andere, einsatzbezogene Ziele.

Dennoch gibt es wichtige Gemeinsamkeiten. Sowohl Sporthunde als auch Diensthunde müssen belastbar sein und auch bei hoher Erregung zuverlässig auf die Signale ihrer Hundeführer reagieren.

Einblicke in die Ausbildung der Polizeihunde

Im weiteren Verlauf der Vorführung übernahm die Diensthundestaffel München.

Polizeihauptkommissar Klaus Ringlstetter und die Hundeführerteams Nadja mit Loki, Maureen mit Colt Seavers sowie Christoph mit Hank zeigten verschiedene Bereiche der polizeilichen Diensthundeausbildung.

Dazu gehörten die Bindungsarbeit zwischen Hund und Hundeführer, die Rauschgiftsuche an Koffern und der Aufbau der Vollschutzarbeit. Auch die Arbeit unter Ablenkung wurde demonstriert.

Die Zuschauer konnten unmittelbar sehen, welche Anforderungen an Polizeihunde gestellt werden. Im Gegensatz zum geregelten Ablauf einer sportlichen Prüfung können sich Situationen im Polizeidienst jederzeit verändern. Umso wichtiger sind eine sorgfältige Ausbildung, ein verlässlicher Gehorsam und das Vertrauen zwischen Hund und Hundeführer.

Die gemeinsame Präsentation machte deutlich, wie viele Grundlagen sich im Hundesport und in der professionellen Diensthundearbeit wiederfinden.

IQ Dogsport: Erfahrung aus dem Hundesport für die Praxis

Die Verbindung von Hundesport und Diensthundearbeit spielt auch bei IQ Dogsport eine wichtige Rolle.

Dr. Florian Knabl entwickelt gemeinsam mit Patricia Knabl funktionale Hundesportbekleidung und Trainingsausrüstung, die auf den Erfahrungen aktiver Hundeführer basiert.

Ob im IGP Training, bei der Unterordnung, im Schutzdienst oder in der professionellen Arbeit mit Diensthunden: Hundeführer benötigen Ausrüstung, die ihre Bewegungsfreiheit unterstützt und im Training zuverlässig funktioniert.

Dazu gehören beispielsweise Hundesportwesten, Trainingsjacken, Hundeführerhosen und speziell entwickelte Diensthundebekleidung. Auch eine funktionale Diensthundeführerweste für Polizei und K9-Einsatz muss den besonderen Anforderungen von Diensthundestaffeln gerecht werden.

Mit ihrer Erfahrung im internationalen Gebrauchshundesport verbinden Florian und Patricia Knabl die praktische Hundeausbildung mit der Entwicklung von Hundesportbekleidung und K9-Ausrüstung für Diensthundeführer. Dabei stehen Funktionalität und die Anforderungen des Trainingsalltags im Vordergrund.

Gebrauchshunde verstehen und ihre Fähigkeiten erhalten

Ein wesentliches Anliegen der Veranstaltung war es, Menschen einen Einblick in die Fähigkeiten von Gebrauchshunden zu ermöglichen.

Denn hinter einem gut ausgebildeten Sporthund oder Polizeihund stehen jahrelanges Training, eine enge Zusammenarbeit mit dem Hundeführer und Eigenschaften, die auch bei der verantwortungsvollen Zucht berücksichtigt werden müssen.

Der Verein K9andSports e.V. setzt sich dafür ein, diese Fähigkeiten langfristig zu erhalten und den Austausch zwischen Hundesportlern, Züchtern und Diensthundeführern zu fördern.

Dass solche Veranstaltungen einen wichtigen Beitrag dazu leisten können, zeigte auch das Interesse des Publikums. Nach der Vorführung nutzten Besucher die Gelegenheit, am Polizeistand Fragen zu stellen und mehr über die Arbeit der Diensthundestaffel zu erfahren.

Für Cafka gab es zum Abschluss noch eine Streichelrunde.

Ein besonderer Dank gilt der Diensthundestaffel München für die gemeinsame Vorführung und der Dogs World für die Einladung.